Wann macht E-Mail-Marketing Sinn?
Von Martin Aschoff
Wer für ein neues Produkt oder eine Dienstleistung möglichst schnell
einen hohen Bekanntheitsgrad in der Bevölkerung erreichen möchte,
für den ist Marketing per E-Mail sicherlich nicht der beste Weg.
Die Schaltung von Anzeigen oder TV-Spots in reichweitestarken Medien
ist in diesem Fall die bessere Alternative.
Wenn dagegen die Zielgruppe für die zu vermarktenden Produkte bzw.
Dienstleistungen schon so weit aufbereitet wurde, dass die Interessenten
oder Kunden namentlich bekannt sind, ist E-Mail- Marketing eine
interessante Ergänzung für den Marketing-Mix.
Es gibt eigentlich nur zwei Voraussetzungen, die für den Einsatz
von E-Mail-Marketing zu erfüllen sind: Zum einen müssen die Interessenten
und Kunden über einen Internet-Zugang verfügen, damit sie E-Mails
empfangen (und senden) können. Zum anderen muss der Anbieter Themen
rund um seine Produkte oder Dienstleistungen identifizieren, die
so interessant sind, dass die Empfänger bereit sind, dem Anbieter
ihre E-Mail-Adressen mit der Einwilligung zur Zusendung dieser Informationen
zu überlassen.
Im Idealfall lassen sich zu den definierten Themen immer wieder
neue Informationen generieren, sodass der Anbieter E-Mail- Marketing
in Form von regelmäßigen E-Mail-Aussendungen betreiben und damit
als Dialogmarketing-Instrument einsetzen kann.
Damit das Ganze etwas anschaulicher wird, folgen drei Paradebeispiele
für den praktischen Einsatz von E-Mail- Marketing:
- Ein Versandhändler kommuniziert mit seinen Interessenten und
Kunden nur zweimal im Jahr durch die Zusendung des jeweils aktuellen
Sommer- und Winter-Katalogs. Zur Erhöhung der Kommunikationsfrequenz
bietet der Versandhändler über den Katalog und seine Website einen
wöchentlichen E-Mail-Newsletter mit aktuellen Angeboten an. Mit
Hilfe dieses Newsletters kann er die Empfänger über Änderungen
und Ergänzungen in seinem Sortiment zeitnah informieren, neue
Kaufimpulse geben und die Bindung zu seinen Kunden intensivieren.
- Ein Reiseveranstalter möchte zeitnah über Last-Minute-Angebote
informieren und bietet auf seiner Website Interessenten die Registrierung
ihres Reiseprofils an (Zielgebiet, Anzahl der Reisenden, Preisobergrenze,
etc.). Sobald ein neues Last-Minute- Angebot vorliegt, wird dieses
per E-Mail an alle Empfänger, deren Profilangaben zu dem jeweiligen
Angebot passen, versendet.
- Ein Pharma-Hersteller möchte den Kontakt zu den Endverbrauchern
aufbauen. Dazu weist er auf den Beipackzetteln seiner Medikamente
auf einen E-Mail-Service hin, der telefonisch über eine Hotline
oder über seine Website bestellt werden kann und regelmäßig weiterführende
Informationen sowie neue Erkenntnisse zu der Krankheit liefert,
die das jeweilige Medikament behandelt.
In allen drei Fällen bietet E-Mail-Marketing einen extrem attraktiven
Kommunikationskanal, um kostengünstig sehr aktuelle und individuelle
Informationen an die Interessenten und Kunden zu übermitteln.
Varianten von E-Mail-Marketing-Aktionen
Grundsätzlich gibt es mehrere Arten von E-Mail-Marketing-Aktionen.
Die populärste Variante ist sicherlich der E-Mail-Newsletter, der
periodisch an einen festen Verteiler gesendet und auf den im nächsten
Abschnitt noch genauer eingegangen wird. Denkbar sind aber auch
einzelne E-Mailings (neudeutsch auch "Stand Alone" genannt) zu besonderen
Anlässen oder mehrstufige E-Mail-Kampagnen, deren Aussendungen unmittelbar
aufeinander aufbauen und in den Folgestufen variieren - abhängig
von der Reaktion des jeweiligen Empfängers auf die vorige Stufe.
Ein Beispiel für eine mehrstufige Kampagne: Ein Versicherungskonzern
versendet ein E-Mailing mit allgemeinen Informationen zu seinen
verschiedenen Versicherungen. Die Empfänger können über ein Formular
in der erhaltenen E-Mail wählen, zu welcher Art von Versicherung
sie weitergehende Informationen wünschen.
Abhängig von ihrer Wahl erhalten die Empfänger in der zweiten Stufe
eine E-Mail mit den gewünschten Informationen und einem Formular,
das Angaben für ein konkretes Angebot abfragt. Empfänger, die auf
die erste Stufe nicht reagiert haben, erhalten in der zweiten Stufe
eine freundliche Erinnerung per E-Mail (Follow-up-Mail).
In der dritten Stufe erhalten diejenigen, die das Formular aus der
zweiten Stufe ausgefüllt haben, ein auf ihren Angaben basierendes,
maßgeschneidertes Angebot, das nur noch durch einen Klick bestätigt
werden muss, um den unterschriftsreifen Versicherungsvertrag anzufordern.
Eine recht neue Entwicklung im Bereich E-Mail-Marketing sind aktions-
und datumsgesteuerte E-Mailings (die aber noch nicht von allen Dienstleistern
angeboten werden). Mit dieser Klasse von E- Mailings lassen sich
individuelle E-Mail-Dialoge im Sinne des 1:1-Marketings in Echtzeit
(das heißt Real-Time-Marketing) umsetzen.
Bei aktionsgesteuerten E-Mailings erhalten nur diejenigen Empfänger
eine E-Mail, die eine Aktion generiert haben, beispielsweise indem
sie einen bestimmten Link angeklickt haben. Auf diese Weise lassen
sich beispielsweise automatische Follow- up-Mails produzieren, die
sofort (oder auch mit zeitlicher Verzögerung) versendet werden,
sobald ein E-Mail-Empfänger durch einen Link-Klick anzeigt, dass
er sich für ein bestimmtes Thema interessiert.
Datumsgesteuerte E-Mailings werden nur an die E-Mail-Empfänger versendet,
auf die eine zuvor definierte Datumsregel zutrifft. Ein typischer
Fall ist das Geburtstags-Mailing, das jeden Tag nur an diejenigen
Empfänger versendet wird, deren Geburtstag und - monat mit dem aktuellen
Datum übereinstimmt. Weitere Anwendungsgebiete für datumsgesteuerte
E-Mailings sind Erinnerungs-Mails, die beispielsweise sechs Wochen
vor einem Urlaubsantritt oder drei Monate vor dem Auslaufen des
Mobilfunkvertrages versendet werden und Jubiläums-Mails, wenn ein
Empfänger seit 5 oder 10 Jahren Kunde ist.
Plädoyer für den E-Mail-Newsletter
Neben den allgemeinen Argumenten, die für E-Mail-Marketing gelten,
gibt es spezielle Vorteile, die für die Einführung eines regelmäßigen
E-Mail-Newsletters sprechen.
E-Mailings haben gegenüber Post-Mailings den großen Vorteil, dass
sie deutlich preiswerter sind. Aus diesem Grund ist für E- Mailings
eine wesentlich höhere Kommunikationsfrequenz als bei Post-Mailings
möglich - bei gleichem finanziellem Einsatz. Ein wöchentlicher E-Mail-Newsletter
muss daher in der Summe beispielsweise nicht teurer sein als ein
Post-Mailing, das lediglich alle zwei bis drei Monate versendet
wird.
Ein E-Mail-Newsletter, der regelmäßig verschickt wird (üblich sind
Frequenzen von wöchentlich bis monatlich), hat den weiteren Vorteil,
dass sich der Anbieter mit seinen Produkten und Leistungen immer
wieder aktiv in das Gedächtnis der E-Mail- Empfänger bringt und
auf diese Weise regelmäßige Kaufanreize bewirken kann. Die hohe
Kommunikationsfrequenz sorgt zudem dafür, dass die Empfänger stets
über aktuelle Entwicklungen, Produkte, Leistungen und Angebote auf
dem Laufenden sind und kein Leser den Anbieter vergisst.
Ein regelmäßiger, professionell gestalteter und getexteter E- Mail-Newsletter
vermittelt den Empfängern zudem ein vom Anbieter kontrolliertes
Image seines Unternehmens (Branding) und trägt durch seine informations-
oder unterhaltungsorientierten Inhalte zur Kundenbindung bei. Dazu
müssen die Newsletter-Ausgaben allerdings optisch stringent gestaltet
und inhaltlich einheitlich strukturiert sein, wie es auch bei einer
guten Kundenzeitschrift der Fall ist.
Wenn für den jeweiligen E-Mail-Empfänger Profilinformationen vorliegen,
lässt sich ein E-Mail-Newsletter über variable und/oder optionale
Textbausteine sogar inhaltlich individualisieren, so dass nicht
alle Empfänger die gleiche E- Mail erhalten, sondern deren Inhalt
von Empfänger zu Empfänger variiert. Damit ist eine noch gezieltere
Ansprache der Leser möglich.
Über einen E-Mail-Newsletter lässt sich nicht nur Direktmarketing
betreiben, indem den Empfängern regelmäßig neue Angebote unterbreitet
werden. Durch den regelmäßigen Versand ist ein E- Mail-Newsletter
auch ideal als Instrument für Dialogmarketing- Aktionen geeignet.
Das heißt, der Newsletter wird nicht nur als kommunikative Einbahnstraße
benutzt, sondern bietet den Lesern einen Rückkanal an, indem der
Versender beispielsweise die Klicks auf die Links in den E-Mails
misst, E-Mail-Adressen für alle Arten von Feedback anbietet oder
eine Leserbrief-Rubrik einführt.
Auf diese Weise lässt sich von den E-Mail-Empfängern wertvolles
Feedback erhalten, das genutzt werden kann, um die Kommunikation
mit den Lesern noch zielgerichteter und individueller zu gestalten.
Dies wird sich wiederum in besseren Rücklaufwerten und letztendlich
in höheren Umsätzen niederschlagen.
Martin Aschoff ist Vorstand der Agnitas AG und Buchautor von
"Professionelles Direkt- und Dialogmarketing per E-Mail". Der Besuch
auf http://www.agnitas.de lohnt
sich allein schon wegen des Archivs mit profunden Artikeln zum Thema
Newslettermarketing. Vorallem ist Agnitas einer der deutschsprachigen
High-End-Anbieter im E-Mailmarketing.
der-newsletter-experte.de
Karsten Büttner
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