Ist Segmentierung durch Geschlecht für Newsletter-Marketing sinnvoll?
Von Karsten Büttner
Gestern erhielt ich einen Newsletter eines Versandhändlers. Aus
Marktbeobachtungsgründen waren eine männliche und eine weibliche
Person in den Verteiler eingetragen. Und siehe da, es gab unterschiedliche
Angebote. Eigentlich sinnvoll, oder?
Segmentierung gehört zu den Erfolgsfaktoren im Marketing, um die
Klick- und Konversionsraten erheblich zu erhöhen. Der Unterschied
zwischen segmentierten und unsegmentierten Angeboten lässt sich
leicht nachvollziehen bei den Newslettern von Amazon und dem eines
lokalen Buchhändlers oder einer kleinen Buchhandelskette.
Während Amazon Newsletter aufgrund des konkreten Such- und Bestellverhaltens
verschickt, gehen die meisten anderen Buchhändler, die oft auf fertige
Vorlagen von Buchgroßhändlern zurückgreifen, gar nicht auf die persönlichen
Vorlieben des Empfängers ein. Die Klick- und Konversionsraten sind
natürlich dort höher, wo schon ein Interesse an einem bestimmten
Thema artikuliert wurde.
Nicht alle Unternehmen können auf eine derart ausgeklügelte Technik
setzen wie Amazon. Und, es gibt natürlich auch Segmentierungsmöglichkeiten,
die mit ganz einfachen Mitteln möglich sind. Die Erfassung des Geschlechts
mit der Newsletter-Eintragung gehört dazu. Und ebenso einfach scheint
es zu sein, allein anhand des Geschlechts eine Themenauswahl für
einen Newsletter zu treffen.
Bei einem Versandhändler für Bekleidung mag es vordergründig zunächst
einmal sinnvoll sein, dass ein Mann ein anderes Angebot als eine
Frau bekommt. Doch das ist zu kurz geschlossen. Während Männer (online)
selten für ihre Partnerin Kleidung mitbestellen, ist der Anteil
der Frauen, die für ihre Partner im Online-Shop miteinkaufen wesentlich
höher.
Das heißt: ein Versandhändler, der aufgrund der Geschlechter-Segmentierung
das Newsletterangebot bei Frauen nur auf Frauenkleidung beschränkt,
vernachlässigt ein wichtiges Mitkauf- Potenzial.
Was kann ein Versandhändler tun?
Um zu sehen, ob die oben geäußerte Kauf-These, dass Frauen auch
für Männer bestellen, für den eigenen Shop zutrifft, kann das Unternehmen
im nächsten "Frauen"-Newsletter zwei oder drei zusätzliche Angebote
für Männer einfügen.
Im darauffolgenden Newsletter erhalten nur die Frauen ein "Männer-Angebot",
die im vorherigen Newsletter auf eben diese Angebote geklickt haben.
Der Test lässt sich noch optimieren, indem man als Grundlage für
die weitere Beschickung von Zusatzangeboten das Klicken auf "Männer-Angebote"
in mehreren Newsletter-Ausgaben nimmt.
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Karsten Büttner
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